Jane’s Tagebuch


Rückblicke:

Dienstag, 24.03.12
Der Tag danach

Ich kann mich nur noch bruchweise an den Tag erinnern. Genauer gesagt war ich den ersten Tag im Krankenhaus noch gar nicht ansprechbar. Ich habe eigentlich nur geschlafen und habe probiert die Geschehnisse aus meinem Kopf zu verbannen. Ich muss mich so sehr im Traum gedreht und bewegt haben, dass ich von Schwestern festgemacht wurde. Es gab da diesen einen Moment:
Ich wachte auf und konnte mich nicht bewegen. Panik. Ich zerrte an den Gurten, probierte mich zu wehren, doch jede Bewegung schmerzte. Die Gurte waren ziemlich fest. Ebenfalls spürte ich einen stechenden Schmerz in meinem Arm. Ich schaute zu ihm und sah eine Kanüle in meinem Arm. Sie mussten mir irgendetwas verabreicht haben. Na super… Ich blickte um mich, doch Mum war nicht zu sehen, Hatte ich mir nur eingebildet, dass sie da war. Ich betrachtete mein Zimmer. Ich war alleine und es war typischer den je. Ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch, ein belangloses Bild, ein Fenster mit Gardinen, ein Tisch neben dem Krankenbett, in dem man Kleinigkeiten von sich packen konnte und das war es dann auch gewesen. Ich hatte mich ein wenig beruhigt, ärgerte mich aber immer noch über meine Situation. Ich konnte nicht mal den Schwestern-Knopf drücken. Toll, denken die auch mal mit? So lag ich nun da und hoffte, dass die Zeit schneller umgehen würde. Und dann kamen mir die Bilder vom Vortag in den Kopf. Aber nicht alles, immer nur Sequenzen. Ich lief über den Balken und nahm eine Person hinter mir wahr. Sie muss größer gewesen sein als ich. Männlich oder weiblich, das konnte ich nicht erkennen. Sie war in einem gewissen Abstand zu mir. Ich war am Ende des Balkens und bereit für den Absprung und da passierte es: Die Person näherte sich mir ziemlich zügig und verpasste mir einen Stoß in den Rücken. Danach fiel ich und die Person war verschwunden. Wie in Luft aufgelöst. Plötzlich wurde ich in meinem Denken unterbrochen, die Tür ging auf und eine Schwester kam herein: „Jane schön das du wach bist. Nun kann ich dir ja diese Gurte abnehmen, du warst wild wie ein Tier, da mussten wir dich anbinden. Geht es dir gut? Hast du Schmerzen? Willst du reden“?
So viele Fragen und Informationen auf einmal. Ich wusste gar nicht wo hinten und vorne war.
„Alles gut. Kann ich was fragen“? Mehr sagte ich nicht. Die Schwester bejahte dies.
„Was haben sie mir gegeben, warum habe ich eine Kanüle im Arm“?
Die Antwort war kurz und knapp, weil ich ruhig gestellt werden sollte. Ein Beruhigungsmittel, wie für ein wildes Tier. Na danke… Die Schwester ließ mir einen Tee da und sagte das meine Mum leider gehen musste aufgrund eines Termins. War ja klar, dass ich sie nicht zu Gesicht bekomme. Morgen oder übermorgen dürfe sie aber wieder da sein. Sie fragte mich nach weiteren Verwandten, aber ich verneinte nur. Ebenfalls erhielt ich die Auskunft, dass ich noch zur Beobachtung hier bleiben sollte. Wie lange war noch nicht zu sagen. Der Gedanke machte mich traurig. In die Schule wollte ich nicht zurück, aber im Krankenhaus bleiben wollte ich auch nicht. Ich vermisste unsere Wohnung, mein Zimmer und mein Bett. Ich trank meinen Tee, guckte durchs Fenster, legte mich zurück und schlief erneut ein.

Dies war ein weiterer Teil aus meiner Geschichte. Wer den ersten noch nicht gelesen hat hier der Link https://talislife20151617.wordpress.com/neues-format-selbstkreiertes/
Wenn euch der weitere Teil gefallen hat, hinterlasst doch gerne einen Stern oder ein Kommentar.
Ich wünsche euch einen wunderbaren Restsonntag und einen guten Start in die kommende Woche.

Eure Tali


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