Fiat 500e „3+1“ Testbericht (Klappe die Dritte…).


Das erste Mal gefahren bin ich die laut Internet -Ikone-, zumindest soll das für den Fiat500 gelten, für mich reicht
der Begriff -Stadtflitzer– schon zu meinen Dienstzeiten bei Sixt. Damals war es die Variante Schalter und kein „e“.

Also die Ikone..? Geil! Oder auch nicht.. 👎.

Die ersten Meter waren (wenn überhaupt fünf Minuten – von Seitenstraße bis zur Parkgarage). Sie fühlten sich aufregend, aber zugleich angsteinflößend an. Ja belächelt mich nur, aber ich mochte diesen Wagen schon vom bloßen Ansehen nicht.
Er hat mich nie gereizt. Eher würde ich mich in einen Smart setzen, das reizt mich mehr.

Fakt war, es gab keine Ausreden, ich musste ihn fortbewegen. Am Stellplatz angekommen, bin ich ausgestiegen und dachte mir: „Oha Tali – war ja gar nicht so schlimm, im Gegenteil mega einfach und sogar angenehm“. Über die Schaltung lässt sich streiten, ich persönlich finde sie zu „unruhig“, zu „stockend“. Man muss die Gänge schon leicht einprügeln, nett gesagt, mit leichtem Druck schon rein drücken. Dem Auto also ganz klar zeigen, ich habe die Kraft über dich. Und wir sprechen hier über einen Fiat.

Never mind.

Eine durchaus schlimmere Erfahrung, machte ich einige Zeit später, als ich völlig überarbeitet (durch Überstunden und schlechte Organisation zu angestellten Verhältnissen) mit einem weiteren Fiat aus unserer Flotte zu einer anderen Station fahren musste. Ein Parkhaus, was selbst viele erfahrene Berliner-Autokollegen zu fürchten schätzen. An die Kenner: Welches Parkhaus in Berlin meine ich wohl??!!

Die Fahrt bis dahin verlief reibungslos, ich war ja nun erfahren 😅, hatte mich auch direkt wieder an die Schaltung/Größe etc. gewöhnt und war tiefenentspannt.

Bis ich die Einfahrt sah. Der Puls stieg sofort an, ich fing an zu schwitzen und nahm allen Mut zusammen. Ich fuhr an, so wie ich es aus der Fahrschule- und Praxis gelernt hatte. Und was passierte: Der Fiat packte es nicht im ersten Gang und rutschte nach hinten. In diesem Fall eine Voll-Katastrophe. Die Mauer zum Einkrachen liegt direkt hinter einem (da es eine enge und steile Kurvenauffahrt ist). Ich konnte sofort reagieren und den Wagen stoppen (Handbremse rein und Fuß schön auf der Bremse lassen). Ein lieber Freund von mir hat mich am Telefon beruhigt und mich wieder zu klarem Verstand gebracht. Unbezahlbar.

Beim zweiten Versuch hatte ich den Wagen dann hochbekommen, und (wer hätte es geahnt) im zweiten Gang, denn den braucht er, um überhaupt anzukommen. Long story short, diese Erfahrungen haben mich nur weitergebracht 💪🏼.

Soweit so gut. Ich hätte es auch nicht direkt so gewollt, dass ich im Oktober 2024 (auftragsbedingt) erneut vor einem Fiat500e stand. Ja richtig gelesen. Diesmal „e“ und sogar noch ein „3+1“. Erleichterung war sofort da, voll automatisch und (großer Schreck) voll elektrisch. Heiliges Ei! Ich muss dazu sagen, ich weiß im Vorhinein, was für ein Auto mich erwartet (zumindest bei dem Unternehmen aus der Story hier). Ich weiß auch die Rahmenbedingungen (Kilometeranzahl, Zielorte, grobe Strecke etc.). Nur zu 100% Wissen und alle Erkenntnisse, die das mit sich bringt, kann man immer erst haben, wenn man im Auto sitzt und den ganzen Auftrag von A-Z durchführt.

Und hier sind wir jetzt: Ungefiltert und ganz ehrliche Meinung nach drei (zum Glück erfolgreich absolvierten) Fiat500e Aufträgen.

-Optisch haben mich alle drei (für mich Testwagen) doch
überzeugt. Ich hatte (reiner Zufall) auch drei Mal, drei
unterschiedliche Lackierungen erwischt (da hier auf
meinem Blog ein schwarz/weiß Design ist, für euch: Grau, Blau
und Weiß). Der Weiße hat mir am besten gefallen. Googelt
gerne einfach mal.

– Platz/Innenraum kann ich nicht viel zu sagen, da auf der
Rückband/Kofferraum immer ein zweiter Reifensatz lag. Die
Kunden hatten Langzeitmieten. Bis zu vier Personen haben
aber (denke ich) gut Platz. Interior war echt schön, Sitze sind
bequem und trotz kleinem Auto fühlt man sich (irgendwann)
auch gar nicht mehr so eingequetscht.

– Bedienelemente/Technik – Apple-CarPlay funktioniert
reibungslos. Alles ist, nach kurzer Erkundung, auch einfach zu
bedienen. Auch während der Fahrt, macht es der Fiat einem
echt angenehm und vor allem sicher. Er verfügt über ein
Fahrassistenzsystem, was echt gut gelaufen ist (u.a. bremst er
rechtzeitig, ein wenig ruckartig, aber er tut es, hält gut die
Spur, fährt konstant, ohne zu ruckeln etc.).

Tempomat funktioniert hervorragend. Klima und der ganze
Spaß, alles am Start. Soundanlage war echt voll in Ordnung
(als Musikerin, muss ich das immer testen, volle Lautstärke
und los geht die wilde Fahrt).

Ja wild beschreibt es sehr treffend.

Fahren fühlt sich dennoch durchgehend gut an….

A-B-E-R ‼️

Der Spaß und auch das ganze Positive (was voll gerechtfertigt meiner Meinung nach ist) hört auf und es wird leider schlechter.

Es ist ein Elektro-Auto und ja, vielleicht mache ich mir jetzt so einige Feinde. Nur lieber Kunde (ich darf ja keine Namen sagen) und allgemein Welt, der Fiat500e ist kein Autobahn-Auto! Absolut nicht, es sei denn, Du möchtest, durchgehend 80-90 km/h fahren, von wirklich ALLEM und JEDEM überholt werden.. und so wurden die ~90km/h leider nicht mal mehr angenehm zum Fahren (trotz aller Sicherheiten). Es hätte noch gefehlt, wenn mich ein Moped überholt. Mit Leichtigkeit wäre das gelungen.

Und dann der Knüller und die Überraschung, für mich:

Du kannst ein zu 100% aufgeladenes Auto übernehmen, man hat einfach keinen Spaß damit, denn nach (lieb gemeint)
~30 min musst Du, oder solltest Du sofort umdenken und schauen, dass Deine Reise nicht auf dem Standstreifen, oder der Landstraße im Graben endet. Das Thema E-Mobilität kommt gerade erst, wir sind noch nicht ganz gut ausgestattet mit Ladesäulen, mir alles bekannt, aber man kann doch keine Route planen (Spitze war bei mir bis an die 600 km) mit einem Fiat500e. Er gehört, für mich, ganz klar nicht auf die Langstrecke. In der Stadt, mag das wieder ganz anders aussehen. Meine Strecke zu dem besagten Parkhaus in Berlin, war nicht mit vollem Tank (war der Schalter, zur Erinnerung) und nur durch die Stadt fahren, ist auch nochmal anders nervig, aber hier gehört er für mich hin. Und selbst als „e“ kann ich mir dieses Fahrzeug als wirklich effizient vorstellen. Wie ich sagte, er bietet Platz für den Einkauf, für alles, was man ebenso in der Stadt erledigt, oder auf dem Dorf. Ein Trip mit der Freundin (egal ob Schalter, oder Automatisch/Voll-Elektrisch) hat bestimmt auch viel Gutes. Nur für Überführungsfahrten mit einer langen Kilometeranzahl ist Ärger nicht ausgeschlossen.

Und das finde ich sehr schade.

Meine Erfahrung mit dem Aufladen sind auch ein kurzer Teil der Story. Das verlief, sofern es dann geklappt hatte, auch unkompliziert. Nur im Resümee dauert es einfach viel zu lange. Der Fiat500e hat einfach keinen großen Akku *unten am Beitragsende findet ihr ein Kurzdatenblatt.

Einmal habe ich bei Lidl, auf dem Parkplatz geladen (boah da hätte ich fast übernachten können, dann (3.Fahrt) an der Autobahnraststätte, dort klappte es mit dem Laden nicht, bis mir netterweise Passanten halfen und mir wortwörtlich den Ar*** gerettet haben und bei der zweiten Fahrt, bin ich ausnahms-, und überraschender Weise ohne Laden durchgekommen). Aber nur wegen meiner Vorkenntnisse!

Ich brauche, glaub ich, nicht mehr sagen. Ich bin, wie immer, dankbar diese Erfahrungen gemacht zu haben, weil ich jetzt genau weiß, wenn Elektro und Stadt/Dorf, wird es in meinem Haushalt/Garage keinen Fiat500, keinen Fiat500e und auch keinen „3+1“ geben. Das Coole hier, er heißt so, weil er eine zusätzliche innere Tür hat, die es einem ermöglicht hinten in den kleinen Raum zu kommen, oder auch um komfortabler einzusteigen. Das ist smart gedacht, kann Vorteile mit sich bringen.

Ich beende meinen Testbericht und hoffe, dass es nicht mein Letzter war🤞🏻.

Dieser hier ist unbezahlt, daher entschuldige -Fiat-, wenn ich euch zu Nahe getreten bin 😊.

Freunde, macht es besser, und meldet euch bei mir für weitere Testberichte.

©Tali

Für die Autonerds unter euch eine Kurzvita zum Fiat500e:
Der Fiat 500e ist die vollelektrische Version des ikonischen Fiat 500 und kombiniert klassisches Design mit moderner Elektromobilität. Die wichtigsten technischen Daten:

Abmessungen:

• Länge: 3.632 mm

• Breite (ohne Spiegel): 1.683 mm

• Höhe: 1.527 mm

• Radstand: 2.322 mm

• Kofferraumvolumen: 185 Liter (erweiterbar auf 550 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank) 

Antrieb und Leistung:

• Elektromotor: Frontantrieb mit 70 kW (95 PS) oder 87 kW (118 PS)

• Drehmoment: 220 Nm

• Beschleunigung (0-100 km/h): ca. 9 Sekunden

• Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h 

Batterie und Reichweite:

• Batteriekapazität: 23,8 kWh oder 42 kWh

• Reichweite (WLTP): bis zu 190 km mit der 23,8-kWh-Batterie und bis zu 321 km mit der 42-kWh-Batterie

• Energieverbrauch (kombiniert): 13,0 – 14,9 kWh/100 km 

Ladezeiten:

• Schnellladung: ca. 30 bis 35 Minuten auf 80%

• Haushaltssteckdose: ca. 15 Stunden für eine vollständige Ladung

Gewichte:

• Leergewicht: 1.365 kg

• Zulässiges Gesamtgewicht: 1.765 kg

• Zulässige Zuladung: 400 kg 

Der Fiat 500e ist in verschiedenen Karosserievarianten erhältlich, darunter Limousine, Cabrio und 3+1 mit zusätzlicher Tür für besseren Zugang.

Der dritte Testwagen und auch mein Favorit, aber nur von der Farbe (Weiß). Der Trip war leider Horror!
Fiat500e (Testwagen 2 für mich) die unkomplizierteste Fahrt!
Mein erster Fiat500e „3+1“. Auftrag war lala, am Ende glücklich und schlauer überführt.



2 Antworten zu “Fiat 500e „3+1“ Testbericht (Klappe die Dritte…).”

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